Evangelische Bruderschaft St.Georgs-Orden (StGO) A.D. 1987

St_Georg

Publikationen des Ordens

Würde oder Willkür

Theologische und philosophische Voraussetzungen des Grundgesetzes GEORGIANA, Neue theologische Perspektiven, 3

(Herausgegeben von Thomas A. Seidel und Ulrich Schacht im Auftrag der Evangelischen Bruderschaft St. Georgs-Orden)
Evangelische Verlagsanstalt, Leipzig 2019
280 Seiten, Paperback, 20,00 Euro
ISBN 978-3-374-05607-1

Das Grundgesetz wurzelt nicht in der Unbestimmtheit von Moderne und Säkularisierung. Es schöpft aus der entscheidenden Quelle des christlichen Abendlandes: dem biblisch bezeugten Gott und den sich daraus für die Gestaltung der zwischenmenschlichen Beziehungen in Staat und Gesellschaft ergebenden normativen Konsequenzen. Von daher ist es kein Zufall, dass der entscheidende sittlich-moralische Referenzpunkt am Beginn der Präambel nicht der Mensch ist, sondern Gott. Dieser erste Satz variiert jenen Maßstab christlich grundierter Staatsformen und Gesellschaftsstrukturen, demzufolge der Mensch und Bürger sich im entscheidenden Moment, vor allem in Abwehr totalitärer Versuchungen, auf Gott und die fundamentale Weisheit der Bibel einlassen und verlassen kann. Im Zeitalter eines Säkularismus jedoch ist der christliche Gottesbezug im Grundgesetz rechtsphilosophisch eine immer rabiater bestrittene, handlungspolitisch immer häufiger überlesene und multikulturell immer radikaler infrage gestellte Prämisse. Dem soll und muss widersprochen werden.
Mit Beiträgen von Udo Di Fabio, Thibaut de Champris, Wilfried Härle, Benjamin Hasselhorn, Alexander Kyrleschew, Heinrich Oberreuter, Friedemann Richert, Thomas A. Seidel, Ulrich Schacht sowie einem Grußwort von Hildigund Neubert und einem Nachruf auf Ulrich Schacht von Sebastian Kleinschmidt.


Tod, wo ist dein Stachel?

Todesfurcht und Lebenslust im Christentum
GEORGIANA, Neue theologische Perspektiven, 2

(Herausgegeben von Thomas A. Seidel und Ulrich Schacht im Auftrag der Evangelischen Bruderschaft St. Georgs-Orden)
Evangelische Verlagsanstalt, Leipzig 2017
280 Seiten, Paperback, 24,00 Euro
ISBN: 978-3-374-05003-1

Niemand kann ihm entkommen, dem großen Gleichmacher Tod. »Leben ist gefährlich. Wer lebt, stirbt«, schrieb der polnische Aphoristiker Stanisław Jerzy Lec mit schwarzem Humor. »Tod ist … je der meine«, pointierte Martin Heideg­ger diese situative Radikalität. Und für den Literaturnobelpreisträger Elias Canetti war der Tod ähnlich wie für sein Vorbild Johann Wolfgang Goethe nichts als ein Hassobjekt. In auffälligem Kontrast dazu bekennt das Christentum mit dem Apostel Paulus: »Der Tod ist verschlungen in den Sieg. Tod, wo ist dein Stachel? Hölle, wo ist dein Sieg?« (1. Korintherbrief 15,54 f.)
Das meint mehr als nur die sokratische Unsterblichkeit der Seele, wie Platon sie im Phaidon entfaltet. Nach Christoph Markschies waren es nicht zuletzt die intensive Seelsorge an den trauernden Schwestern und Brüdern und die Erwartung der Auferstehung, die die schmerzhafte Endgültigkeit des irdischen Lebens keineswegs leugneten und doch durch heitere Gelassenheit dem Tod gegenüber den frühen Christengemeinden rasch Anhänger bescherten.
Das anregende, auch existenziell spannende Buch fragt danach, wie der »in den Tod verschlungene« Sieg Christi heute theologisch zu interpretieren ist, angesichts eines exzessiven Materialismus, für den der Tod das möglichst zu verdrängende kalte Schlusswort ist.


...wenn Gott Geschichte macht!

1989 contra 1789
GEORGIANA, Neue theologische Perspektiven, 1

(Herausgegeben von Ulrich Schacht und Thomas A. Seidel im Auftrag der Evangelischen Bruderschaft St. Georgs-Orden)
Evangelische Verlagsanstalt, Leipzig 2015
200 Seiten, Paperback, 16,80 Euro
ISBN: 978-3-374-04132-9s

In den Staaten Ostmitteleuropas und in der DDR vollzog sich1989/90 eine friedliche Revolution, die das kommunistische Herrschaftssystem stürzte. Ausgangspunkt des gewaltfreien Prozesses vor allem im SED-Staat waren vornehmlich Gruppen und Personen, die aus den evangelischen Kirchen stammten oder in den geschützten Räumen der Kirche Aufnahme fanden. Die christliche Signatur des Geschehens ist damit eine fundamentale Tatsache, aus der sich Fragen an die bisherige Deutungsgeschichte der Friedlichen Revolution ergeben.
Der dezidiert aus christlichem Ethos erwachsene Charakter dieser Revolution, der bahnbrechende Vorgänge in Polen um die katholische Gewerkschaftsbewegung »Solidarność« vorangegangen waren, hat dem Epochenereignis einen Charakter verliehen, der sich von den klassischen europäischen Gewaltrevolutionen radikal unterscheidet. Daher erscheint es geradezu zwingend, nach dem ideellen Grund der 1989er Revolution zu fragen – nicht zuletzt im Sinne theologischer Perspektiven, die an den scheinbar obsolet gewordenen Begriff der »Heilsökonomie« Gottes (Pannenberg) anknüpfen. Zu fragen ist also nach der Letztbegründung einer handlungsethisch qualifizierten Revolution wie der von 1989 in Differenz zu ihren blutigen Vorläufern. Ist die Friedliche Revolution von 1989 gar eine Antwort Gottes auf die geradezu konstitutive Gottes- und Menschenfeindschaft der in blutigen Herrschaftssystemen untergegangenen Revolutionen von 1789 und 1917?

PRESSEURTEIL

"Der Tagungsband ist der Erstling einer neuen Reihe in Herausgeberschaft der Evangelischen Bruderschaft St. Georgs-Orden (St. GO). Mit seiner Titel gebenden geschichtstheologischen These '... wenn Gott Geschichte macht! 1989 contra 1789' beweist er Mut zur Provokation innerhalb des eingespielten Geschichtsdiskurses in Deutschland. Der Versuch, die Denkbarkeit eines Wirkens Gottes in diesen Diskurs zurückzuholen, wird durch einen Leitessay des Publizisten Ulrich Schacht eröffnet. Er bietet eine kurze Morphologie der Gegenpoligkeit von 1789 und 1989. Die Französische Revolution, begonnen unter den hehren Idealen von Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, verkehrte diese Begriffe in die Offenbarung ihrer Schattenseite des 'Terreur' der jakobinischen Herrschaft. Sie wurde so zur Mutter aller weiteren Gewaltrevolutionen des 19. und 20. Jh.s aus ihrer Ambivalenz von weit in die Zukunft reichenden Ansätzen einer Vervollkommnung der menschlichen Gesellschaft und der im Namen dieses revolutionären Fortschritts propagierten und realisierten Gewalt unvorstellbaren Ausmaßes, am schrecklichsten in der Revolution der Bolschewiki ab 1917. Dieses Paradigma bestimmte die Theorie einer jeden Revolution in der Moderne. In dieser Denkweise erscheint die Friedliche Revolution von 1989 als ein nicht mögliches Ereignis. Das 'Dennoch' ihres Stattfindens stürzte die altbundesdeutsche Geschichtsphilosophie um die Habermas-Schule in erhebliche Deutungsschwierigkeiten. Die Frage, ob dies tatsächlich eine Revolution gewesen sei, blieb als zweifelhaft im Raum stehen, sekundiert von einer alltagssprachlichen Rezeption als 'Wende'. Das 'Erfurter Gespräch zur geistigen Situation der Zeit' diagnostizierte hingegen einen epochalen Paradigmenwechsel. 1989 sei das Zeitalter der Französischen Revolution zu Ende gegangen. Die Beiträger beschäftigen sich mit verschiedenen Perspektiven auf Aspekte des neuen Revolutionsparadigmas... Man muss nicht in allem mit den einzelnen Beiträgen mitgehen und kann sie doch Gewinn bringend lesen. Das Grundanliegen besteht letztlich nicht darin zu klären, ob Gott tatsächlich in der Geschichte wirke, weil es zu dieser Frage keine abschließende Antwort oder einen Konsens geben kann. Es geht vielmehr darum, die Friedliche Revolution von 1989 als neues Grundparadigma, als neuen christlich grundierten europäischen Aufbruch zu begreifen, der erkennbar gegen die bisherige, Schulbuch beherrschende Gründungsideolgie einer säkularen, säkularisierenden und vermeintlich durchweg 'fortschrittlichen' Französischen Revolution steht. Im Unterschied zu dieser blutigen Revolution von 1789 blieben 1989 und die Folgezeit aufgrund des bewussten Verzichts auf die große Menschheitsutopie - zu der es durchaus Ansätze gab - von den Abgründen gewaltsamer gesellschaftlicher Selektion befreit. So gesehen birgt das Buch provokatives Potential für eine breite geschichtspolitische Debatte. Allerdings bleibt fraglich, ob es mit diesem Anliegen die öffentliche Aufmerksamkeit erringen kann. Es würde jedenfalls den eingespielten säkularisierten Geschichtsdiskurs in erfrischender Weise durcheinanderwirbeln."

Andreas Lindner, Theologische Literaturzeitung, Juli/August 2016


Maria. Evangelisch

(Hrsg. Thomas A. Seidel/Ulrich Schacht)
Evangelische Verlagsanstalt / Bonifatius, Leipzig 2011
272 Seiten, Hardcover, 19,80 Euro
ISBN: 978-3-374-02884-9

Es war Paul Tillich, der große evangelische Theologe, der 1941 im amerikanischen Exil auf eine spezifische ­Schwäche des Protestantismus als Kirche des »prophetischen Protests« aufmerksam machte. Diese Schwäche sah er in einer Unterbewertung des sakramentalen Elements, denn »das Heilige«, so Tillich, sei nicht nur »Kriterium und Richter des Profanen«, sondern es gelte: Wo »das ­Heilige sichtbar gegenwärtig ist, da ist es die Quelle und das Maß alles Menschlichen«. Deshalb brauche der Protestantismus »das ständige Korrektiv des Katholizismus und den immerwährenden Zustrom seiner sakramentalen Elemente«. Mit dieser Einsicht gehen die Texte des schön gestalteten und bildreichen Buches den theo­logischen und künstlerischen Dimensionen einer ­evangelischen Wiederannäherung an Maria nach.
Martin Luther selbst, in seiner noch selbstverständlichen Nähe zur Mutter Jesu, hat die Autoren des Buches inspiriert. Mit seiner Magnificat-Auslegung von 1521 legt er faszinierende theologische und spirituelle Spuren, die – wie er selbst sagt – dazu dienen, »von großen Tatwerken Gottes zu singen, zu stärken unseren Glauben, zu trösten alle Geringen und zu schrecken alle hohen Menschen«.

PRESSEURTEIL

"Es ist beachtenswert, wenn aus dezidiert evangelischer Perspektive ein Buch über Maria erscheint ... Neben zehn Beiträgen [...] ist die Übersetzung und der tiefsinnige Kommentar zum Magnifikat, dem Lobgesang Mariens in Lukas 1,46-55 von Martin Luther abgedruckt ... Dieses Marienbild von Luther stellt die interpretative Leitlinie der spezifisch evangelischen Sicht auf Maria dar, was zu reflektieren ja Intention des Sammelbandes ist und in den einzelnen Beiträgen immer wieder aufleuchtet.
Die Beiträge nehmen verschiedene theologische Zugänge zum Ausgangspunkt der Reflexion und bieten insgesamt einen guten Streifzug durch die Betrachtungsmöglichkeiten der facettenreichen Gestalt Mariens ... Wer sich als interessierter Laie mit den verschiedenen Ebenen der Maria vertraut machen möchte, ist mit diesem Band gut beraten."

Theologische Revue, Nummer 6, 2006


Ordensinterne Publikationen

"Dienet einander..."

Festschrift zum 25. Gründungstag der Ev. Bruderschaft St. Georgs-Orden (1987-2012)

Festschrift als PDF

(Das Heft kann gegen eine Spende von 5,- € erworben werden)


Stundenbuch

der Ev.Bruderschaft St. Georgs-Orden

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